Anatomie einer Wunde

Die Wunde und die Wundheilung sind sehr komplexe Themen, die bei weitem diesen Rahmen sprengen würden. Trotzdem  möchten wir versuchen Ihnen einen kurzen Überblick zu geben.

Was ist eine Wunde?

Auf unserer Suche finden wir im Duden neben der Definition auch eine kleine Auflistung über Bedeutungsangaben:

Def.: Durch Verletzung oder Operation entstandene offene Stelle in der Haut [und im Gewebe]

Beispiele:

  • eine frische, offene, leichte, tiefe, klaffende, tödliche Wunde
  • schlecht vernarbte Wunden
  • die Wunde blutet, eitert, nässt, heilt, verschorft, schließt sich, schmerzt, brennt
  • eine Wunde untersuchen, behandeln, reinigen, desinfizieren, verbinden, klammern, nähen
  • eine Wunde am Kopf haben
  • aus einer Wunde bluten
  • <in übertragener Bedeutung>: er hat durch seine Worte alte Wunden wieder aufgerissen (hat die Erinnerung an erlittenes Leid wieder wachgerufen)
  • <in übertragener Bedeutung>: der Krieg hat dem Land tiefe Wunden geschlagen (gehoben; schweren Schaden zugefügt)
  • <in übertragener Bedeutung>: du hast bei ihm damit an eine alte Wunde gerührt (hast etwas berührt, was ihn einmal sehr gekränkt, verletzt hat)
Herkunft:  mittelhochdeutsch wunde, althochdeutsch wunta, eigentlich = Schlag, Verletzung
Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/Wunde (20.07.2015)


Im medizinischen Bereich gibt es unterschiedliche Definitionen. Eine sehr allgemeine Definition definiert eine Wunde (engl. „wound“, lat. „vulnus“, griech. „trauma“) als äußeren oder inneren Substanzdefekt eines Gewebes mit Verlust des Gewebezusammenhangs.

Die Einteilungsmöglichkeiten von Wunden sind sehr vielfältig:

  • nach Ursache und Entstehung,
  • nach Lokalisation,
  • nach Größe,
  • nach Erregerbelastung,
  • nach der Komplexität,
  • nach dem Heilungsverlauf,
  • nach der Heilungsdauer.
Je nach Ursachen unterscheidet man:

  1. traumatische Wunden –
    1. mechanischen Wunden (z.B. Schnittwunden, Bissverletzungen)
    2. thermische Wunden (z.B. Verbrennungen, Stromverletzungen)
    3. chemische Wunden (z.B. Säure- oder Laugenverletzungen)
    4. Strahlenbedingte Wunden (z.B. nach Strahlenbehandlung)
  2. Iatrogene Wunden – vom Arzt gesetzt (z.B. OP-Wunden, Punktionen)
  3. Chronische Wunden (z.B. Ulcus cruris, Dekubitus, diabetisches Fußsyndrom)


Grundlagen des Kreislaufes und Funktionen

Der große Kreislau

Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick in den Körper und auf bzw. in die Beine werfen um den Ursachen dieser Beschwerden auf den Grund zu gehen.  Unser Körper verfügt über ein sehr elastisches Röhrensystem um die einzelnen Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Gemeint sind die Venen und Arterien die das Blut vom Herzen in die Peripherie unseres Körpers leiten. Generell sind Arterien Gefäße die das Blut vom Herzen weg und Venen dasselbe zum Herzen zurückführen, egal ob sauerstoffreich oder sauerstoffarm.

Kreislauf

Die Gefäßwände der Arterien sind muskulös, da sie einen höheren Blutdruck aushalten müssen. Sie sind daher auch sehr elastisch. Im Venensystem herrscht normal viel weniger Druck, daher sind die Venenwände  auch nicht so muskulös und dünner. Als Motor für diesen Transport dient das Herz. Es pumpt das sauerstoffreiche Blut von der linken Herzkammer über die große Schlagader, die Aorta, in den Körper. Von der Aorta zweigen viele Seitenäste, die Arterien ab. Sie werden je nachdem welches Organ sie versorgen benannt. Das Blut fließt  über ein sich immer weiter verzweigendes Arteriennetz und bringt auf diese Weise die roten Blutkörperchen (Erythrozyten)  zu den einzelnen Zellen. Dort angekommen zwängt sich das Sauerstoffmolekül und die Nährstoffe durch die ganz dünnen Wände der Kapillaren (kleinste Gefäße) hindurch und in die Zelle hinein. Dort werden diese Stoffe auch dringend gebraucht, denn jede einzelne Zelle benötigt zum Leben Energie in Form von Sauerstoff und Nährstoffen.

Die von der Zelle als Abfallprodukte produzierten Stoffe (z.B. Schlackenstoffe, Co2) verlassen die Zelle auf demselben Weg und gelangen in die Blutbahn.  Die ausgeschiedenen Stoffe werden über andere Organe abgebaut und entsorgt.

Nach den Kapillaren beginnt das Venensystem. Die kleinsten Venen (Venolen) fließen in immer größere Venen zusammen bis sie sich z.B. in den Beinen in die Stammvenen vereinigen und den Rücktransport zum Herzen weiter über die untere Hohlvene antreten.

In den Beinvenen gibt es mehrere Besonderheiten.

In den Beinen verfügen wir über ein oberflächiges und ein tiefes Venensystem. Die Wände der tiefen Venen sind stärker ausgeprägt als die oberflächlichen und halten damit einem größeren Druck stand. Die wichtigsten oberflächigen Venen sind die große und die kleine Rosenvene (Vena saphena magna und Vena saphena parva). Sie sind mit Verbindungsvenen (Vena perforantes = durchdringen) mit dem tiefliegenden Venensystem verbunden. Da in den Beinvenen der Druck der Blutsäule lastet, würde das Blut der Schwerkraft nach nur sehr schwer nach oben, Richtung Herzen, transportiert werden können.

Venen

Abhilfe schafft eine weitere Besonderheit, die Venenklappen. Das sind Auswüchse aus der inneren Venenwand die wie ein Ventil (oder eine Tür) die Venen verschließen, wenn sich das Herz wieder mit Blut füllt. In der Füllungsphase des Herzens fällt nämlich der Druck im gesamten Gefäßsystem ab. Durch den regelmäßigen Herzschlag wird nun gewissermaßen die Blutsäule Stockwerk für Stockwerk höher gepumpt und ein zurückfließen der Blutsäule durch die Klappen nach unten verhindert.

Varizen

Der Druck in den Füllungsphase des Herzens ergibt übrigens den zweiten, niedrigeren Blutdruckwert, also die z.B. 80. Der erste Wert (z.B. 130) entsteht wenn die linke Herzkammer das Blut in die Hauptschlagader drückt.

Der venöse Bluttransport

Um die Venen der Beine besser entleeren zu können verfügt unser Körper über ein ausgeklügeltes Hilfssystem. Beispielsweise atemabhängige Transportmechanismen und verschiedene Muskelpumpen.

  • Atemabhängige Transportmechanismen

Beim Einatmen entsteht im Brustraum ein Unterdruck, der aufgrund des erhöhten Druckgefälles vom Bein zum Herzen den venösen Rückstrom beschleunigt. Gleichzeitig erhöht sich der Druck auf die Venen im Bauchraum, so dass darin die  Strömungsgeschwindigkeit in Richtung Herzen zunimmt. Insgesamt wirkt die Atmung durch die gegensinnigen Druckschwankungen im Brust- und Bauchraum wie eine Saug-Druck-Pumpe.

  • Muskelpumpen

Die Waden-Muskel-Pumpe

Waden-Muskel-Pumpe

Sie gilt als ,,Kardinalfaktor" für die Förderung des venösen Rückstroms, denn sie hat sowohl eine Druck als auch eine Ansaugwirkung. Bei jeder Muskelkontraktion erhöht sich der Druck auf die Muskelvenen sowie die von Muskeln fest umschlossenen tiefen Venen und die oberflächigen Venen, so dass das Blut herzwärts gepresst wird. Dabei schließen sich die Klappen in den Verbindungsvenen. In den entleerten tiefen Venen kommt es während der Muskelerschlaffung zu einem erheblichen Druckabfall, der eine Sogwirkung auf die oberflächigen Venen ausübt. Diese entleeren ihr Blut daher über die Verbindungsvenen in die tiefen Venen, der Venendruck im oberflächigen System nimmt ab.

Es gibt noch andere Hilfspumpen, diese zu beschreiben würde aber etwas zu weit führen und den hier zur Verfügung gestellten Rahmen sprengen.

Das Blut wird weiter in immer größere Venen transportiert, die schließlich in die untere Hohlvene münden, die bis kurz vor dem rechten Vorhof reicht. Das venöse Blut aus den oberen Körperregionen wird in der oberen Hohlvene gesammelt und mündet nun in einem gemeinsamen Stück Vene mit der unteren Hohlvene in den rechten Vorhof.

Der kleine Kreislauf

Anschließend wird es über die rechte Herzkammer in die Lungenarterien, die das Herz verlassen daher Arterien sind aber sauerstoffarmes Blut transportieren, in Richtung Lunge gepumpt. In der Lunge werden die roten Blutkörperchen wieder mit Sauerstoff aufgeladen. Das sauerstoffreiche Blut fließt nun über die Lungenvene zum Herzen zurück. Dies bezeichnet man als den „kleinen Kreislauf“.
Allgemeine Informationen

Definition Arterie

Als Arterien bezeichnet man per Definition alle Blutgefäße, die das Blut vom Herzen wegführen.

Aufgaben

Die Arterien des Körperkreislaufes transportieren sauerstoffreiches Blut, das sie von der Lunge bekommen, vom linken Herz in die Hauptschlagader (Aorta) weiter in den Körper über immer kleiner werdenden Arterien zu jeder einzelnen Zelle.

Definition Venen

Venen sind Blutgefäße, die das im Körper befindliche  Blut zurück zum Herzen führen.

Aufgaben

Sie transportieren dabei, von einer Ausnahme abgesehen, sauerstoffarmes Blut vermischt mit den Stoffwechselprodukten aus den Zellen.

Definition Arteriolen / Venolen

Arteriolen sind kleine Arterien, die im Gefäßsystem den Übergang der Arterien zu den Kapillaren darstellen. Die entsprechenden venösen Blutgefäße bezeichnet man als Venolen.

Aufgaben

Die Arteriolen  können durch ihre Kontraktion den Zufluss zum Kapillarbett fast vollständig drosseln. Sie regulieren die Mikrozirkulation und damit den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid, Flüssigkeiten und Nährstoffen in den Organen.

Definition Kapillare

Kapillaren sind die feinsten Verästelungen der Arterien und Venen, verbinden also arterielles und venöses Gefäßsystem.

Aufgaben
In den Kapillaren findet der Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselendprodukten zwischen den Geweben und dem Blutkreislauf statt.

Der große Kreislauf

Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick in den Körper und auf bzw. in die Beine werfen um den Ursachen von Beschwerden auf den Grund zu gehen.  Unser Körper verfügt über ein sehr elastisches Röhrensystem, das Gefäßsystem, um die einzelnen Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Gemeint sind die Venen und Arterien die das Blut vom Herzen in die Peripherie unseres Körpers leiten.

Die Gefäßwände der Arterien sind muskulös, da sie einen höheren Blutdruck aushalten müssen. Sie sind daher auch sehr elastisch. Im Venensystem herrscht normal viel weniger Druck, daher sind die Venenwände  auch nicht so muskulös und dünner. Als Motor für diesen Transport dient das Herz. Es pumpt das sauerstoffreiche Blut von der linken Herzkammer über die große Schlagader, die Aorta, in den Körper. Von der Aorta zweigen viele Seitenäste, die Arterien ab. Sie werden je nachdem welches Organ sie versorgen benannt. Das Blut fließt also über ein sich immer weiter verzweigendes Arteriennetz und bringt auf diese Weise die roten Blutkörperchen (Erythrozyten)  zu den einzelnen Organen und Zellen. Dort angekommen zwängt sich das Sauerstoffmolekül und die Nährstoffe durch die ganz dünnen Wände der Kapillaren (kleinste Gefäße) hindurch und in die Zelle hinein. Dort werden diese Stoffe auch dringend gebraucht, denn jede einzelne Zelle benötigt zum Leben Energie in Form von Sauerstoff und Nährstoffen.  

Die von der Zelle als Abfallprodukte produzierten Stoffe (z.B. Schlackenstoffe, Co2) verlassen die Zelle auf demselben aber umgekehrten Weg und gelangen so über die kleinsten Venen (Venolen) in die Blutbahn. Von den Venolen fließt das Blut in die kleinen Venen zu den größeren in die nächste größere bis hin in die obere oder untere Hohlvene. Diese münden direkt in den rechten Vorhof des Herzens. Die ausgeschiedenen Stoffe werden über andere Organe (z.B. Leber, Niere oder Lunge) abgebaut bzw. ausgeschieden.
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